Das Projektteam von trafo.K verbindet in seiner Arbeit Kunst, Bildung und Aktivismus mit der Absicht, Vorstellungen von Kultur und Bildung aus der Perspektive von Jugendlichen in der Migrationsgesellschaft neu zu denken. Folgende Forschungsfragen begleiteten den Umsetzungsprozess des Projekts „Strategien für Zwischenräume“:
Wie können wir Bildung, Kultur und Gesellschaft neu denken? Was sind Strategien, um vorherrschende Wissensformate zu unterlaufen? Wie können Formate des Lernens neue Perspektiven auf Geschichte, Stadt, Sprache und Kunst eröffnen? Vor diesem Hintergrund wurden zum einen Workshops mit Jugendlichen rund um die Themenschwerpunkte Geschichte, Stadt, Sprache und Kunst erarbeitet. Sie hatten zum Ziel, Lehr-, Lern- und Ausstellungsformate mit antidiskriminatorischen Strategien für den Bildungs- und Kulturbereich zu entwickeln. Neben dem Einsatz künstlerischer Strategien und von Ansätzen aus Aktionsforschung, kritischer Migrationspädagogik und radical education war die Heterogenität innerhalb der Projektstrukturen zentrales Anliegen.
So waren im Prozess der offenen Wissensgenerierung – neben den unterschiedlichen kulturellen Backgrounds der Teilnehmer:innen – sowohl Lehrlinge aus außerbetrieblichen Lehrstellen von Jugend am Werk oder WUK m.power involviert als auch AHS-Schüler:innen, Wissenschaftler:innen, Aktivistinnen, Lehrende und Studierende. In jedem Workshop wurden unterschiedliche und wechselnde Expert:innen und Vermittler:innen eingebunden. Die praktische Herangehensweise war durch Formen der freien Recherche vor dem theoretischen Hintergrund kritischer Kunstvermittlung geprägt. Dabei wurden mit spartenübergreifenden und interdisziplinären Ansätzen der Partizipation unterschiedliche Themen im Nahbereich von Migration gemeinsam verhandelt. Gearbeitet wurde performativ, mit Statuentheater, Stadtrundgängen, Fotorecherchen im öffentlichen Raum, der Produktion von Radiobeiträgen, Interviews, Videos und sogenannter Zines (selbst produzierte kleine Heftchen, in denen eigene und vorgefundene Texte und Bilder zu einem Thema zusammengeführt wurden). In zwei mehrtägigen Aktionstagen wurden die Ergebnisse präsentiert.
Wichtig war es, Prozesse in der Auseinandersetzung mit Konflikten zu ermöglichen und Zwischenräume zu öffnen, in denen alle Beteiligten von denselben Kräften der Machtverhältnisse betroffen sind, gleichsam aber Handelnde bleiben. Umrahmt wurde das Projekt mit einer Ringvorlesung, zu der an sechs Terminen Expert:innen geladen wurden, um über Bildung, Geschichte, Kunst, Stadt und Sprache im Kontext der Migrationsgesellschaft zu sprechen und das Projekt sowohl mit theoretischen als auch aus der Praxis generiertem Wissen zu bereichern. Nachhaltige, über die Projektdauer hinauswirkende Ambition war es, über Publikationen und einem Onlineportal die ausgearbeiteten Ansätze zu kommunizieren, die eine Veränderung von Institutionen, Lehrplänen und Bildungsansätzen fernab von etablierten Lösungen und Praktiken sowohl im Kunst- und Kultur als auch im Bildungsbereich ermöglichen.
