Am 18.09. findet ein GRATIS Produktionsworkshop mit Genosidra statt!
Exklusiv für Mitglieder*innen der globalen Mehrheit! (Anm. Mit ‚globale Mehrheit‘ sind hier Menschen gemeint, die nicht zur weißen Mehrheitsgesellschaft zählen)
Teilnehmer*innenanzahl streng limitiert! Für Verpflegung ist gesorgt.
Nötig ist nur ein Laptop mit Ableton Live installiert (Lite, Intro, Standard oder Suite).
Genosidras Workshop zur Musikproduktion:
Dieser Workshop verläuft in drei Phasen, in denen Musikproduktion als Raum für Geschichte, Experimentierung und Kreativität betrachtet wird. Ableton wird nicht nur als Software präsentiert, sondern als Instrument, das jahrhundertealte Klangtraditionen und vielfältige Denkweisen über Musik vereint.
1. Klangliche Genealogien
Der erste Teil eröffnet eine Karte der Verbindungen: Wir erkunden einige der wichtigsten Denkrichtungen der zeitgenössischen Musik des 20. Jahrhunderts – mit Komponist*innen wie John Cage, Morton Feldman, Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez, Conlon Nancarrow und Pierre Schaeffer – deren Werke sich in akademischen und institutionellen Kontexten entwickelten und von Zufall und Zeitwahrnehmung bis hin zu totalem Serialismus, Instrumentalmechanisierung und direkter Manipulation von aufgenommenem Klang reichen. Diese Ideen werden in Dialog mit anderen Praktiken gesetzt, die aus praktischer Erfahrung entstanden sind: Jazz und seine improvisatorische Energie, Lärm und seine radikale Geste des Bruchs, Sounddesign und Intuition in Verbindung mit technologischem Experimentieren. Dabei ist das Ziel nicht, Welten gegenübergestellt zu sein, sondern bestimmte Linien nachzuzeichnen, die uns helfen zu verstehen, wie all diese Strömungen mit ihren Unterschieden und Überschneidungen zur Gegenwart führen: der Art und Weise, wie wir heute denken, komponieren und Musik auf Plattformen wie Ableton produzieren.
2. Live-Bearbeitung und Mutation
Der zweite Teil konzentriert sich auf ein Live-Set. Hier untersuchen wir Effektketten, die als reaktive Systeme konzipiert sind: Konfigurationen, die Klang nicht nur verarbeiten, sondern auch spontan auf deren Variationen reagieren und Mutationen und Verzerrungen erzeugen, die das Signal in unkenntliche Territorien führen. Anstatt absolute Kontrolle anzustreben, geht es darum, dem Klang Raum für eigene Reaktionen zu geben und so die ständige Transformation zum lebendigen Material der Live-Performance zu machen.
3. Eine Komposition aus einem einzigen Klang
Zum Abschluss widmen wir uns einer extremen Übung: der Konstruktion eines ganzen Tracks aus einem einzigen Klang. Durch Bearbeitung, Manipulation und Vervielfältigung seiner Möglichkeiten entfaltet dieser Klang Rhythmus, Textur, Atmosphäre und Energie. Diese Übung fungiert als Workflow-Labor: ein Raum, in dem beobachtet werden kann, wie Intuition und Technik miteinander verflochten sind und wie sich etwas Minimales zu einem vollständigen Klanguniversum ausdehnen kann, das sowohl die Form als auch die Intensität eines Musikstücks aufrechterhalten kann.
Darauffolgend legt Genosidra bei Club Chulo auf, wer ihn gerne live erleben möchte.
