Last Little Haven - Verein für queere Geschichte, Kunst und Kultur

Remi Koebel – “Everybody Else’s Girl”

Vergangen
Fr 13. Februar 2026, 18:00–22:00
  • Datum:

We are happy to exhibit Remi Koebel with “Everybody Else’s Girl”.

The exhibition starts 13.02.2026 including a guest talk at 7pm. The exhibition will be on view until 06.03.2026.

American feminist philosopher and gender studies scholar Judith Butler developed a theory questioning the notion that gendered behaviors are innate, arguing that what we perceive as femininity and masculinity are actually learned performances shaped by societal expectations and often violently imposed by normative heterosexuality. Every morning when I wake up and prepare for my day, I reach for my makeup. This is an ingrained habit, a deep groove I’ve worn in the side of my routine that I struggle to see myself abandoning. My life is full of eccentricities and oddities, and my flamboyant, often extravagant appearance reflects that. I have a great appreciation for the sparkling and beautiful. This is not an innate factor of my identity which I was born with, but a learned instinct. It has made me a subtle infiltrator in the heterosexual cisgender world, a target for violence, and an object of desire. I’ve identified as non-binary since quite a young age, to the great confusion and frustration of almost everyone around me at all times. It’s sort of like hearing a Barbie doll say, “Actually, I’d like to abstain from this whole gender thing – but hey, hand me that pink feather boa!” It’s not exactly straightforward, and it hasn’t even gone over particularly well in queer spaces either. Even fellow trans peers would often misgender me; I spent my teenage years bouncing between eccentric femininity, androgyny, and subpar attempts at mimicking the queer masculinity of my friends and mentors. It’s very painful when nearly everyone in your life politely averts their eyes from the parts of you that make them uncomfortable. I had to come to terms with being the only person in the world who understands me. It’s isolating. I’m always performing my gender, this formless thing inside me that I can’t describe. No words suffice. I’m always looking in a funhouse mirror, seeing distorted reflections of the women I admire in my personal life or across TV screens and magazine covers. I’m trying to be like them. Is it working? I don’t know if I love it or hate it and I don’t even know who I’m doing it for, or if I’m doing it for anyone at all. My sometimes rather exaggerated hyper-femininity makes me feel a little like a rodeo clown. I’m covered in glitter and powder. Everybody’s laughing. I’m a superstar. There’s a bull coming for me, and he’s going to gore me. It’ll all be over soon. I hope they’ll make me look pretty on the cover page.

Remi Koebel, “Everybody Else’s Girl”

Ausstellungsposter für Remi Köbel – “Everybody Else’s Girl”

Last Little Haven is a site-specific installation that reimagines a (fictional) lesbian/queer bar from the 1930s to the 1950s. The so-called Art Bar functions as both a participatory and cooperative exhibition space. Visitors are invited to actively participate in the project by visiting the bar. A special highlight is the presentation of the world’s largest private collection of artefacts relating to lesbian bar history, which is being made publicly accessible here for the first time.

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Die amerikanische feministische Philosophin undGender-Studies-Wissenschaftlerin Judith Butler entwickelte eine Theorie, die dieVorstellung infrage stellt, geschlechtlich codierte Verhaltensweisen seien angeboren.Sie argumentiert dass das, was wir als Weiblichkeit und Männlichkeit wahrnehmen, inWirklichkeit erlernte Performances sind, die durch gesellschaftliche Erwartungengeformt und oft gewaltsam von einer normativen Heterosexualität durchgesetzt werden.Jeden Morgen, wenn ich aufwache und mich auf den Tag vorbereite, greife ich zumeinem Make-up. Es ist eine tief verankerte Gewohnheit, eine Spur, die sich so fest inmeine Routine eingegraben hat, dass ich mir kaum vorstellen kann, sie aufzugeben.Mein Leben ist voller Eigenheiten und Merkwürdigkeiten, und mein flamboyantes, oftextravagantes Erscheinungsbild spiegelt das wider. Ich habe eine große Wertschätzungfür das Glitzernde und Schöne. Das ist kein angeborener Teil meiner Identität, mit demich geboren wurde, sondern ein erlernter Instinkt. Er hat mich zu einer subtilenInfiltrator*in der heterosexuellen, cisgeschlechtlichen Welt gemacht, zu einem Ziel vonGewalt und zu einem Objekt der Begierde.Ich habe mich schon in sehr jungem Alter als nicht-binär identifiziert – sehr zurVerwirrung und Frustration fast aller Menschen um mich herum, praktisch jederzeit. Esist ein bisschen so, als würde eine Barbiepuppe sagen: „Eigentlich möchte ich mich ausdiesem ganzen Gender-Ding raushalten – aber hey, gib mir bitte diesen rosaFederboa!“ Es ist nicht gerade einfach, und auch in queeren Räumen kam das nichtbesonders gut an. Selbst andere trans Personen haben mich häufig misgendert; ichverbrachte meine Teenagerjahre damit, zwischen exzentrischer Feminität, Androgynitätund eher misslungenen Versuchen zu pendeln, die queere Männlichkeit meinerFreundinnen und Mentorinnen zu imitieren. Es ist sehr schmerzhaft, wenn fast alleMenschen in deinem Leben höflich den Blick abwenden von den Teilen von dir, dieihnen unangenehm sind. Ich musste mich damit abfinden, die einzige Person auf der Welt zu sein, diemich wirklich versteht. Das ist isolierend. Ich performe mein Geschlecht ständig –dieses formlose Etwas in mir, das ich nicht beschreiben kann. Keine Worte reichen aus.Ich schaue immer in einen Zerrspiegel und sehe verzerrte Abbilder der Frauen, die ichbewundere, in meinem persönlichen Umfeld oder auf Fernsehbildschirmen undMagazincovern. Ich versuche, so zu sein wie sie. Funktioniert das?Ich weiß nicht, ob ich es liebe oder hasse, und ich weiß nicht einmal, für wen ichdas eigentlich tue – oder ob ich es überhaupt für irgendwen tue. Meine manchmal rechtüberzeichnete Hyper-Feminität lässt mich ein wenig wie einen Rodeoclown fühlen. Ichbin bedeckt mit Glitzer und Puder. Alle lachen. Ich bin ein Superstar. Ein Stier kommtauf mich zu, und er wird mich aufspießen. Bald wird alles vorbei sein. Ich hoffe, siewerden mich auf der Titelseite hübsch aussehen lassen.

Remi Koebel, “Everybody Else’s Girl”

Last Little Haven ist eine ortsspezifische Installation, die eine (fiktive) Lesben-/Queer-Bar aus den 1930er bis 1950er Jahren neu interpretiert. Die sogenannte Art Bar fungiert sowohl als partizipativer als auch als kooperativer Ausstellungsraum. Besucher*innen sind eingeladen, sich durch einen Besuch in der Bar aktiv an dem Projekt zu beteiligen. Ein besonderes Highlight ist die Präsentation der weltweit größten privaten Sammlung von Artefakten zur Geschichte lesbischer Bars, die hier erstmals öffentlich zugänglich gemacht wird.

Tickets

  • Eintritt frei
  • Reservierung/Voranmeldung: nicht notwendig

Kontakt

Veranstaltungsort

VeranstaltungsortLast Little Haven
Barrierefrei Nein
Öffentliche Anbindung Busstation Ester Hazy Gasse und U3 Neubaugasse